School of Movement Medicine - Mindfulness in Motion
 

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Issue: April 2012
Der Traum eines 48 Stunden Langen Tanzes

Der Movement Medicine Summer Long Dance in Somerset von Ya’Acov und Susannah Darling Kahn

Louis Brem

„I had a dream, ich sah mich inmitten von weissgekleideten Menschen in einem Zelt auf einem Feld irgendwo in Somerset tanzen - dann bin ich aufgewacht und habe mich hier, in einem Zelt auf einem Feld irgendwo in Somerset inmitten weissgekleideter Menschen, tanzend, wiedergefunden“

das sind die Worte Ya’Acovs zu denen ich aufwache, er ruft uns nach kurzen zwei Stunden Schlaf wieder zum Tanze. Wir rollen unsere Schlafsachen zur Seite und beginnen uns wieder, zur Musik tanzend, durchs Zelt zu bewegen. Erst den „Tänzer“ in mir erweckend um ihm die Kontrolle zu übergeben. Die Herausforderung annehmen, im Tanzen ganz authentisch, ganz mich zu sein, nichts wegzulassen und auch nichts hinzuzufügen, einfach tanzen, genau das bewegen, was grad da ist. Dem inneren Tänzer vertrauen, mich der Musik übergeben.

Wir sind vor 36 Stunden in einer langen Prozession weissgekleideter Tänzer und Tänzerinnen durch die Felder und Hügel zum grossen Zelt, zum Summer Long Dance gezogen. Und seitdem tanzen wir hier durch die 21 Dimensionen des Mandalas der „School of Movement Medicine“. In Supportgruppen von jeweils vier Tänzern/Tänzerinnen unterstützen wir uns im Tanz. Zu gewissen Zeiten wechseln wir uns ab, einer tanzt und einer bezeugt seinen Tanz. In meinem ureigenen Tanz, meinem Gebet, gesehen, bezeugt zu werden, ist eine neue Inspiration für mich. Keine Wertung, kein Austausch darüber, nur einfach sehen, gesehen werden.

Im Zentrum des Zeltes steht ein junger Baum, und an den vier Seiten sind die Altäre der Elemente Erde, Luft, Feuer und Wasser in den Himmelsrichtungen angeordnet. Der Baum wird im Anschluss an die Zeremonie in der Nähe des Tanzes, an einem geeigneten Ort, gepflanzt werden. So hinterlässt jeder Long Dance seinen Baum. Wie bei indianischen Sonnentänzen ist auch hier ein Baum im Zentrum, neu für mich ist dabei, dass nicht nur vorhandene Ressourcen genutzt werden, sondern dass neue Ressourcen geschaffen werden.

Wir tanzen zu den Elementen, zum Körper, Herz, und Geist, zum Selbst, zu den Anderen, zu der Gemeinschaft, für und mit den Ahnen und vor allem aus Freude am Leben, aus Liebe. Wir tanzen für uns alleine, zu zweit, in grösseren Gruppen. Nach dem Tanz lass ich mich zurück sinken in die Supportgruppe, komme heim, um dann wieder aufzutauchen und erneut in dem Meer der Tänzer zu baden. Mit Begegnungen in Augen-Blicken, in Körpergesten, im Gleichklang oder auch im Widerstand. Begegnungen flüchtig oder länger, immer mit lebendigen, pulsierenden Menschen. Meine eigene Lebendigkeit wird angesprochen, in den Bewegungen tauchen immer mehr Aspekte aus meinem Unterbewussten auf, von denen ich irgendwann glaubte, sie wegsperren zu müssen. Mein «innerer Tänzer» trägt diese Elemente durch den Tanz an die Oberfläche, und durch das Bezeugen werde ich darin gesehen. Ich darf mit allem, was ich bin, tanzen und darf allem begegnen. Darin erlebe ich grosse Heilung, da wird Bewegung zur Medizin.

Die Regeln sind einfach: wer tanzt tanzt, wer ruhen will ruht. Jeder zu seiner Zeit. Wir sind 150 Tänzer und Tänzerinnen aus aller Welt, die Verständigung erfolgt meist ohne Worte, durch Körpersprache im Tanz, und wo nötig in geflüstertem Englisch.

Ein Healingteam, das von Osteopathie über Masssagen bis Geistheilung alles anbietet, unterstützt uns im Tanz, was auch rege genutzt wird, sind die meisten von uns Tänzern ja keine zwanzig mehr. Die Musiker und die DJ’s, die uns begleiten, faszinieren mich sehr durch die Fähigkeit, die Bedürfnisse der Tanzenden intuitiv aufzunehmen und umzusetzen. Auch Kirtan, ein hinduistischer Wechselgesang, findet Platz in der Zeremonie, wird zum Tanz, und Tanzen wird wieder zum Beten.

Die kollektive Absicht des Long Dances besteht darin, im gemeinsamen Tanz, in Gebet und Gesang, unsere Dankbarkeit für das Leben und all das, was wir erhalten auszudrücken. Die tiefste Art, seine Dankbarkeit zu zeigen, liegt darin, ganz authentisch zu sein und es wagen, seine Träume, sein Selbst, die Beziehung zu seinen Liebsten, die Gemeinschaft des Lebens auf der Erde, die Ahnen und das Grosse Mysterium zu tanzen.

Zu Beginn der Zeremonie haben wir unsere Individuelle Absicht, unsere Ausrichtung für den Long Dance ausgesprochen. Die Ziele waren sehr vielfältig. Manchen ging es um die Heilung der Erde, um Glück und Freude für alle Wesen, bei anderen waren es mehr persönliche Themen wie Gesundheit, emotionale Heilung oder Heilung von Verwandten. Meine persönliche Absicht war es, vergessene Aspekte von mir wieder in mein Leben zu integrieren, Aspekte, die den Übergang vom Singledasein ins Familienleben nicht mitgemacht hatten. Im Laufe des Tanzes habe ich zu einer Lebendigkeit zurückgefunden, die mir altvertraut ist und in der ich mich wieder ausdehnen kann. Ich erlebte eine tiefe Zufriedenheit in mir und eine Verbundenheit mit allen Mittänzern. Ich freue mich darauf, dieses Gefühl nach Hause zu tragen und mit meiner Familie zu teilen.

Im Zelt wird es Hell und wieder Dunkel und wieder Hell, wir tanzen und die Zeit hat ihre Bedeutung genauso verloren wie der Hunger oder die Müdigkeit. Hier bin ich und ich tanze. Here I am. I have a Dream.

Louis Brem, 2011

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